Mireille Lesslauer entdeckte als Tochter einer Flötistin und eines Mediziners früh ihre Liebe zur Musik und begann im Alter von acht Jahren Geige zu spielen. Nach der Matura studierte sie zunächst am Konservatorium für Musik und Theater in Bern und setzte anschliessend ihre Ausbildung in Budapest, London und Schaffhausen fort. Zuletzt war sie für das Studium der Barockgeige an der Indiana University in Bloomington, USA. Sie spielt seit 1995 in der Position der stellvertretenden Konzertmeisterin des argovia philharmonic und ist seit 1999 Mitglied der Barockorchesters Capriccio. Nebenbei unterrichtet sie an der Musikschule Magden und arbeitet zudem seit 2013 im REHAB, Klinik für Neurorehabilitation und Paraplegiologie als Musiktherapeutin.
Warum bist du Musikerin geworden?
Wenn ich mich frage, warum ich Musikerin geworden bin, dann vielleicht, weil die Beschäftigung mit Musik so viele verschiedene Ebenen mit einbezieht. Die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Werken aus verschiedenen Epochen, das Wissen über die Musik, das technische Können auf dem Instrument, die musikalischen Begegnungen auf der Bühne und mit dem Publikum: Das alles ist ein permanenter Austausch und Prozess, der sehr spannend ist.
Warum ist Musikunterricht wichtig und wie hat er dich geprägt?
Den Musikunterricht sehe ich als Begleitung von Kindern und Erwachsenen im Prozess, sich vertieft mit der Musik auseinanderzusetzen. Das Erlernen eines Instruments bietet zudem ein Übungsfeld für die Verknüpfung von Ausdruck, Konzentration, Klangvorstellung, Abstimmung auf parallel laufende Stimmen in der Kammermusik mit den eigenen Bewegungsabläufen und feinmotorischer Geschicklichkeit oder Atemtechnik, was auch weit über das eigentliche Spielen hinaus wertvoll ist.
Worin liegt für dich die grösste Herausforderung als Musikerin?
Ich denke, die Herausforderungen von uns Musiker:innen ähneln denen aller Menschen: Eine gute Balance zu finden zwischen hohen Ansprüchen an sich selbst und der Freude und dem Interesse an der Sache, also in einer zugleich kritischen und konstruktiven Haltung mit sich selbst und den anderen zu sein.
